Boxer bringt die alten DOS-Spiele unseres Herzens auf den Mac

Ach herrje, Commander Keen sorgt für sentimentale Freudentränen! Die kommen zurzeit recht passend. Da draußen nämlich sind düstere Zeiten. Die Menschen vergessen sich. Haben sich von Politikern und Big-Pharma in Dauerangst versetzen lassen. Da braucht es auch mal Tränen der Freude. Für genau diese Momente dieses Glücks ist „Boxer“ zu sorgen imstande. Aber zunächst einmal von vorn …

Frevelhaftes auf dem Mac? Was käme einem da in den Sinn? Was könnte innerhalb der heiligen macOS Welt auf perfekt konfektionierter Hardware derart schlimm sein, dass von Frevel die Rede sein könnte? Was ist im Wahrnehmen altgedienter Apfelcompañeros gerät derart verpönt, dass einem bei bloßer Erwähnung Karma im suboptimalen Schwingungsbereich entgegenschlägt?

Die folgende kleine Aufzählung führt einige Freveleien auf. Manche Sünden sind kleiner, andere mögen größer sein. So gerät das Ranking der Schwere von Schuld zu einer Arena individuellen Ermessens. Sei es drum. Die Verfehlungen wären da also:

– Wahlweises Booten von MS Windows auf einem Mac (Boot Camp u.ä.)
– Microsoft Office oder Entourage auf dem Mac
– Eingabeinstrumente mit Windows Symbolik oder Microsoft Schriftzug
– Das Benutzen eines Virenscanners
– Der einmalige oder wiederholte Gebrauch von Backslashes in URLs
– Eine VM-Software unter Mac OS X zum Zweck, einzelne Windows-Programme zu nutzen

Viele „neue“ Compañeros sind längst heilfroh, alle „Fenster“ hinter sich eingeworfen zu haben und nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, wie man Windows Applikationen zwischen Finder und Safari unterbringt. Gleichwohl gibt es sie, die Afficinados, welche da früher einmal, unschuldig in Gnade der Unwissenheit, eine gewisse Zeit mit DOS und Windows zugebracht haben. Vielen ist eines gemein: Vergleichbar dem Großziehen von Kindern, verbannt man alle Mühen mit DOS aus dem Gedächtnis und verinnerlicht die guten Dinge.

So denkt man sentimental an die vielen Spiele zurück, wegen der man routiniert und mit Hingabe die autoexec.bat und config.sys zwecks Spieloptimierung editiert hatte. Es gab nämlich wirklich verflucht gute Titel für die DOS-Plattform, wie beispielsweise Commander Keen, Comanche, diverse Titel von ID Software, Last Ninja, F-15 Strike Eagle II oder Space Hulk. Diese sehr individuelle Auflistung von Spiele-Highlights, welche sich hier sehr an meinem persönlichen Geschmack festmacht, könnte noch ellenlang fortgesetzt werden.

Sentimentalität tilgt in diesem Zusammenhang alle „Schuld“ und der Wunsch kommt auf, die Retro-Games aus den tiefen Kammern unserer Herzen zu holen und sie auf dem Mac zu zocken. Nur wie stellt man es sinnvoll an, sollen Steuerungsmöglichkeit und Ablaufgeschwindigkeit doch möglichst original sein und leidfrei gute Erinnerungen wecken? Eine Lösung ist natürlich die quelloffene DOS-Emulation DOSBox, welche an sich grandios ist und von der Kompilate für alle möglichen Betriebssysteme vorliegen, bis hin zu OS/2 und BeOS. Die DOSBox kann durchaus viel und auch meine und deine DOS-Spiele starten und adäquat ausführen, nur ist das mit Arbeit und Kommandozeilenparametern verbunden. Und zwar für jedes Spiel einzeln. Der gemeine Mac-Nutzer jedoch scheut derart viel technisches Beiwerk, um ans Ziel zu gelangen. Und man muss ihm Recht geben, denn das ist wahrlich nicht prima Mac-like. 😉

Die Lösung ist natürlich das hier besprochene Boxer. Die exklusiv für Mac OS X entwickelte DOS-Emulation nutzt intern die genannte DOSBox, ergänzt diese mit geschönten Programmfenstern und einer äußerst simplen Methodik, um DOS-Spiele konfigurationsfrei zu installieren. Durch einfaches Ziehen nämlich. So wie es auf dem Mac üblich ist. Und was soll man sagen, die DOS-Spiele laufen einfach perfekt. Meine Lieblingstitel laufen alle sofort und fehlerfrei. So soll es sein, so ist dem nostalgischen Spielerherzen wahrlich freudvolles Glück bereitet.

Die folgende kleine Bilderserie zeigt, wie unkompliziert das DOS-Spiel Uridium, welches 1986 übrigens zuerst für den C64 erschienen ist, durch Drag and Drop des Spielerordners nach Boxer installiert wird:

Und Boxer schafft es tatsächlich, die ollen Kamellen in korrekter Geschwindigkeit laufen zu lassen. Man kann mit Boxer jedes beliebige DOS-Spiel auf einem Mac im Vollbild spielen, das in korrekten Proportionen und ohne Ruckeln oder Hakeln. Das begeistert. Hinzu kommen dann noch etliche intelligente Details, welche Boxer für seinen speziellen Anwendungsfall, nämlich den reibungslosen Betrieb von DOS-Spielen in Mac-typischer Perfektion eine große Ausgereiftheit attestieren lassen. „The DOS game emulator that’s fit for your Mac“ stand mal ganz zutreffend auf der Website des Entwicklers Alun Bestor. Ich seh’s genauso!

Boxer ist wirklich gut, läuft gut, sieht gut aus, ist kostenlos und bringt gleich ready-to-play die DOS-Spieletitel Commander Keen, Ultima Underworld, Epic Pinball und X-Com mit. Was, gutes Herz, was braucht es mehr?

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